· 

2015 - Lindengasse

 

In diesem Haus wurden nur Menschen heruntergebracht, die Asyl beantragt haben. Man organisierte auch eine Art Kindergarten, die von irgendwelche Freiwillige Frauen von Rotes Kreuz und Caritas „betreut“ wurde. Im Großen und Ganzen ging es darum, die Kinder ruhig zu halten und dass diese möglichst keine gespendete Spielsachen mitnahmen. Was natürlich immer wieder kleine Tragödien auslösten, weil diese Kinder wirklich alles verloren hatten und die Spielsachen wären ohnehin später zurückgelassen. Aber die Mitarbeiter von Caritas und Rotes Kreuz wollten kein Risiko angehen, dass die für Flüchtlinge gespendeten Spielsachen später nicht mit gutem Gewinn wieder verkauft werden konnten.

Auch viele Betreuerinnen waren meist seltsam. Wie die eine Frau, die keine Kinder mehr bekommen konnte und immer wieder ihren Frust auf die kleinen ausließ oder die Zwillinge von Caritas, die irgendwelche Hypnose Spielchen mit den Kinder versuchten und als diese nicht funktionierten, sorgten für Ordnung in dem die beiden die Kinder einfach geschlagen haben.

Tausende von Dollar einfach verloren

Eine Frau weinte unaufhörlich bereits seit Stunden und das vor dem versammelten jungen Freiwilligen in Uniform von Rotes Kreuz, die bei offenen Tür des Ersten Hilfe Raumes eine Party feierten. Keinen von denen wollte zu ihr schauen, fragen was ihr fehlte, warum sie so bitterlich weinte.

 

Uns sagte sie auf English dass sie ihren Pass verloren hat. Sie war sehr blass und schien bald ohnmächtig zu werden. Nur nach dem der lustige Freiwilligen mit einem Anruf bei der Rettung und bei der Polizei gedroht wurde, kam endlich einen blondierter und gut frisierter Junger in Uniform des Roten Kreuzes aus dem Party Raum, (als Erster Hilfe Raum deklariert), und fragte sie herablassend in Dialekt warum sie sich so aufführt. Zum Glück verstand sie ihm nicht.

 

Er lächelte sogar ehrlich dabei. Es war echt zu bewundern wie nett er bei der gesprochenen Gemeinheiten eigentlich aussah.

 

Bei der Suche nach ihren Pass, brachte einen junger Syrier zwei dicken Rollen von Hundertdollar und sagte, er habe diese in den Männern Toilette gefunden.

Die Frau mit zwei kleine Kinder bekam das Geld zurück.

Die Party Löwen waren inzwischen wieder mit sich selbst beschäftigt und merkten zum Glück nichts von dem Geld.


 

© 2020 Nicoleta Schiel