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2015 am Westbahnhof

Caritas Sammelstelle für alte Kleidung.

Säcke mit gespendete Sachen liegen in der Sammelstelle herum. Drei Menschen mit Caritas Jacken rauchen und lachen vor dem Eingang. Freiwilligen Helfer wird gesagt, sie sollen einfach hinein gehen, sie sollen einfach bei der Sortierung helfen. Die gespendeten Sachen wie Abendbekleidung waren jedoch nicht für die Migranten brauchbar, sie waren nicht mal dafür gedacht,

sondern zum Verkauf an verschieden Verkaufsstelle der Caritas wie zum Beispiel am Wiedner Hauptstraße, wo man diese zur Handel übliche Preise für Mode erwerben kann.

 

Ein gutes Geschäft, wenn man bedenkt, dass Caritas diese Sachen zum Preis von null Euro bekommt.

 

Die meisten Menschen, hoffen jemandem in Not helfen zu können, wenn sie die nicht mehr gebrauchten Sachen in den Boxen von Caritas hineinwerfen. Sie denken gar nicht daran einer nicht überschaubaren Organisation zum Geld und damit zur Macht zu verhelfen. Denn Caritas Mitarbeiter geben keine Sachen gratis an die Bedürftigen, sondern nehmen sie lieber mit nach Hause für sich selbst oder Bekannte. Genau das passierte auch in 2015, als ein paar frisch angekommene Flüchtlinge an der Aufnahmelager der Johanniter auf Mariahilfer Straße dringend trockener Gewand benötigten. Caritas Mitarbeiter behaupteten, sie dürfen kein Gewand für Migranten ausgeben. Als diese Mitarbeiter nach Hause gingen, sah man sie mit zwei Säcken vollen gespendete Gewandt unterwegs.

Polizei Einsatz

An der Gleise nebenan war eine große Gruppe männlichen Personen, die nicht im Zug nach Deutschland wollten, weil man dort an die Grenze die Fingerabdrücke nahm. Diese

wurden direkt den dortigen Polizisten gemeldet. Die Polizisten waren in dieser schwierigen Zeit die einzigen, die wirklich geholfen haben. Auch bei der Suche von Personen, denn passierte immer wieder, dass Familien getrennt wurden, dass der Mann schon in Deutschland war, aber die Frau und die Kinder noch am Westbahnhof.


Eines Abends waren viele Fußballfans zu Fuß auf Mariahilfer Straße ziemlich laut unterwegs. Eine Gruppe von Fans gruppierte sich um einen am Boden liegenden Mann und verpassten ihm Fußtritten auf dem Kopf. Er wurde allerdings von einer Frau rausgeholt. Die Frau sagte kein einziges Wort. Sie stand nur vor der Gruppe bis sie den Mann gehen ließen. Aus irgendwelchen Grunde diese Gruppe von durchgedrehte Fans bekam offensichtlich Angst und ließ den Mann zu ihr gehen. Der Polizist, der mit dem Streifen Wagen kurz danach vorbeikam sagte, er hat so etwas nie in seinen ganzen Leben gesehen und rief die Rettung über Funk.

 

Der Verletze hatte eine schwere Gehirn Erschütterung

und wurde ins Krankenhaus von der Berufsrettung gebracht.

Antragsteller auf Asyl

 

Während der Sortierung-Arbeiten bei der Sammelstelle kam eine Frau mit Caritas Jacke hinein. Sie wusste nicht weiter: man hat ihr eine ganze Gruppe von Flüchtlinge, die Asyl in Wien beantragten, zur Betreuung übergeben. Die Freiwillige von roten Kreuz wollten sich um die Gruppe auch nicht kümmern, so ist all dem auf sie gefallen. Sie will die heißen Kartoffeln nur weitergeben.

 

Nach dem Lesen der Dokumente stellte sich heraus, dass nur zwei Personen und ein Kind, eine kleine Familie den Antrag gestellt haben. Diese mussten sich in einem Lager in Süd Steiermark bis zum Abend des Tages begeben sonst würden sie sich strafbar machen. Die beiden konnten nur arabisch, es gab keinen Dolmetscher weit und breit und sie mussten drei Zügen mit knappen Abfahrtzeiten rechtzeitig finden. Lesen mit unserem Alphabet konnten sie natürlich auch nicht; die Fahrtkarten sollten sie sich auch alleine besorgen aber sie hatten kein Geld mit.

 

Also wurde der Leiter der Caritas gefragt, der gerade in der Sammelstelle den nächsten Zug nach Deutschland für Flüchtlinge vorbereitete. Es wurde genau dieses Wort verwendet: „Flüchtlinge“ und das war für den hoch verehrter Herr leider sehr problematisch. Also hielt er eine fünf minutige Rede über die Rassismus und Unmenschlichkeit, die in den Verwendung des Wortes „Flüchtling“ seiner, angeblich sehr kompetente, Meinung nach enthalten war. Seinen Freund und Adjutant nickte während dessen überzeugt. Damit war für die beiden die Sache erledigt. Das war die sehr karitative Hilfe der Caritas vor Ort.

 

Da Caritas nicht half, wurde ganz privat und persönlich diesen Menschen die Fahrtkarten und etwas zum Trinken für die Reise gekauft. Sie wurden gerade noch rechtzeitig vor der Zugsabfahrt den Zugbegleiter samt Fahrtplan und die Liste der Haltestellen, wo sie umsteigen sollten, übergeben.

 


 

© 2020 Nicoleta Schiel