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Spittelau: Umwelttechnologie und Hundertwasser

Die Verbrennungsanlage Spittelau in Wien ist ein Meisterwerk Hundertwassers

Wir radeln entlang des Donaukanals. Der Weg führt uns vom historischen Zentrum des ersten Wiener Bezirks zum edlen Grinzing mit seinen vielen "Heurigen", wo wir den neuen Wiener Wein genießen können.

 

Es gibt wenige Städte, die sich mit einer eigenen Weinproduktion rühmen können.

Wien ist eine dieser wenigen Städte, in denen bereits vor der Zeit des großen Kaisers Mark Aurel eine bedeutende Weinproduktion bestand. In Wien gibt es Rebenkulturen sowohl im ersten Bezirk um den Schwarzenbergplatz als auch in Kahlenberg in Grinzing, Nussdorf und Heiligensadt und in den umliegenden Gebieten wie Leopoldsberg mit Klosterneuburg.

Hier befindet sich auch die Wiener Pforte der Donau, die die Grenze zum "Wiener Wald" bildet.

 

Die mächtigen Alpen enden hier und haben Gipfeln von bescheidenen Höhen von etwa 500 Metern wie Kahlenberg, der 484 Meter hoch ist, und Leopoldsberg, der 425 Meter hoch ist.

 

Auf unseren Radweg sehen wir völlig unerwartet ein Turm, der sich wie ein Zeichen der historischen Stadt erhebt, aber nicht ist. Dieser Turm ist einfach ein von Hundertwasser kunstvoll gestalteten Schornstein.

Sein richtiger Name war übrigens Friedrich Stowasser und er war ein Jude, der 71 Jahre alt wurde. Wie fast alle Architekten unternahm er Studienreisen in Italien, Sizilien, aber auch in Paris, Marokko und in Tunesien. Aus architektonischer Sicht wollte Hundertwasser Konstruktionen in dem die Menschen im Einklang mit der Natur leben können. Ein Wunsch, der heute für viele Menschen immer wichtiger wird.

 

Seine Projekte waren daher unkonventionell, voller Farben und Natürlichkeit als freundlicher Dialog zwischen Natur und Mensch. Friedensreich Hundertwasser entwarf seine Häuser mit polychromen Fassaden und mehreren Terrassen damit eine Atmosphäre der Schönheit und des Komforts entstehen könnte. Der Künstler Friedensreich Hundertwasser konnte Natur und Mensch, Kunst und Architektur auf völlig neue Wege verbinden und gleichzeitig den Wunsch nach Individualität und Harmonie nachgehen. Architektur musste laut Hundertwasser mit Menschen zusammenwachsen, um einen Weg des Zusammenlebens zwischen Menschen und der Natur zu finden.

 

Wir sehen hier diese große goldene Keramikgugel, die mit ihren 126 Metern seit 1997 ein von weitem sichtbares Kunstwerk ist. Vor dem Projekt Hundertwassers war es nicht so. Dieses Gebäude in Spitellau ist ein Wärmekraftwerk, also ein rein funktionelles Gebäude, das bei der Wiener nicht gerade beliebt war. Nach einen Brand wurde eine Renovierung notwendig.

 

Stadt Wien nahm diese Notwendigkeit zur Anlass sowohl die Anlage von Hundertwasser kunstvoll gestalten als auch sie mit moderner Umwelttechnik ausstatten zu lassen. Heuer, im Jahr 2020 wurde die ganze Anlage sogar begrünt, ganz im Einklang mit Ideale des Künstlers Hundertwasser.

 

Das äußere Erscheinungsbild wurde Mitte des vorigen Jahrhunderts von Friedensreich Hundertwasser entworfen. Die einst nüchterne Funktionskonstruktion wurde auf diese Weise in ein von weitem sichtbares Kunstwerk verwandelt. Tagsüber leuchtet die Kuppel golden in der Sonne, nachts wird sie von Hunderten von Lichtpunkten beleuchtet.

Hundertwasser schmückte wie alle seine Häuser auch die Spittelauer Verbrennungsanlage mit vielen dekorativen Elementen aus Keramik- und Emailmosaiken.

 

Rundherum gibt es nicht nur einen schönen Radweg sondern auch eine Fußgängerzone mit kleinen Imbiss-Lokale die bis zur Schnellbahn und U-Bahn Station und damit auf die Spuren von Otto Wagners Stadtbahn führt.

 

© 2019-2020 Nicoleta Schiel

Hundertwasser in Wien: Audio-Guide für diesen umweltfreundlichen Spaziergang.

Auch wenn Sie als Folge von Corona Virus Urlaub am Bauernhof oder auf der Balkon machen, können Sie trotzdem schöne virtuelle Spaziergänge erleben. 

Hundertwasser in Wien

20,00 €

© 2019-2020 Nicoleta Schiel